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Tirol A-Z: Spezialitäten aus Tirol, verschiedene Leckereien

Die Österreichische Küche wird oft mit der Wiener Küche gleichgesetzt, jedoch bietet die traditionelle Kochkunst Österreichs viel mehr regionale Ausprägungen: Neben dem Tiroler Speck spielen Knödel in allen Variationen eine wichtige Rolle in der Tiroler Küche. Sie werden als Speckknödel, Spinatknödel oder Kaspressknödel (aus Tiroler Graukäse) zubereitet und allein, in einer Suppe oder als Beilage gegessen. Der Graukäse wird auch mit Essig und Öl angerichtet und mit Zwiebelringen belegt serviert. Weitere Spezialitäten sind das Tiroler Gröstl (Fleisch, Erdäpfel, Zwiebel und anderes in einer Pfanne gebraten), Tirtl sowie Schlutzkrapfen oder Schlipfkrapfen (gefüllte Teigtaschen). Beliebt sind in Schmalz gebratene Krapfen und Kiachl (Küchl) wie auch die Brandenberger "Prügeltorte" (Baumkuchen). Das sog. Melchermuas wird in einer Eisenpfanne auf Almhütten zubereitet.

Der Tiroler Graukäse ist eine regionale Käsespezialität aus dem österreichischen Bundesland Tirol.
Hergestellt aus magerer Kuhmilch wird er als Sauermilchkäse in Handarbeit (ohne Lab (!)) gekäst und ist nach mindestens 10wöchiger Kellerreifung essfertig. In den Handel kommt er in Laib- oder Stangenform, mit einem Gewicht von 250 Gramm bis zu 3 Kilogramm. Er besitzt eine dünne rissige Rinde die meist einen grünlichgrauen Edelschimmelrasen aufweist, der Käseteig ist weißlichgelb bis speckig und trocken. Der Graukäse ist sehr fettarm und enthält maximal 2 % Fett i.d.Tr. Sein Geschmack ist würzig-rassig. Verwendung findet er z. B. in den Tiroler Kaspressknödeln, den Zillertaler Krapfen oder mit Essig und Öl angemacht.

Der Tiroler Schriftsteller verfasste 1997 den Gedichtband Graukas. In den Gedichten wird der These gehuldigt, dass jedes Land drei Dinge benötige: eine Fahne, eine Hymne und eine Leibspeise. Die Leibspeise der Tiroler ist der Graukas.

Tiroler Speck ist eine Tiroler Spezialität, die immer noch auf traditionelle Weise von Tiroler Bauern hergestellt wird.Nach dem Schlachten des Schweins wird der Bauch- und Rückenspeck vom Schwein gelöst und anschließend gewaschen. Nun werden in einem Behälter verschiedene Gewürze vermischt. Die genaue Gewürzmischung ist geheim und auch von Hersteller zu Hersteller verschieden. Die Hauptbestandteile sind Salz, Kümmel und weißer Pfeffer. Der Speck wird nun mit den Gewürzen kräftig eingerieben bis er mit einem Gewürzmantel umgeben ist. Der anschließende Herstellungsschritt ist das Selchen des Specks in der Selche. Damit der Speck einen intensiven Geschmack erhält, wird mit Sägemehl aus Tannenbäumen geselcht. In der Selche bleibt der Speck je nach Gewicht zwischen 2 bis 3 Monate, um dann in einem kühlen und dunklen Keller auszureifen.

Tiroler Speck wird zu Käse und Wein oder als Vorspeise verzehrt, aber auch in der Küche wie anderer geräucherter Speck verwendet.

Das Tiroler Gröstl ist ein traditionelles Resteessen, das normalerweise aus Kartoffeln und in Stücken geschnittenem Schweinefleisch (Schulter oder Schopf) besteht, das gemeinsam mit gehackter Zwiebel in Butterschmalz in einer Pfanne angeröstet wird. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel und Petersilie.
Das Gröstl wird oft mit Spiegelei und Kraut-, Blatt- oder Rohnensalat (Rote Beete) serviert.
Der Charakter des Resteessens tritt vor allem in Gasthäusern zutage, weil dort oft Fleischreste verschiedenster Art verwendet werden.
Unterarten sind das Wurstgröstl sowie das Herren- oder Innsbrucker Gröstl, das mit Kalbfleisch zubereitet wird.

Das Tirtl (Pl. Tirtln, Tirtlen oder Tirtlan) ist eine typischeTiroler Spezialität und stammt ursprünglich aus dem Pustertal. Es wird ausTeif geformt, mit Spinat und Topfen ("grianes Tirtl", auch ohne Topfen), Sauerkraut oder Kartoffeln gefüllt und schließlich in heißem Öl gebacken.
Das Tirtl ist nicht sehr weit über die Talgrenze des Pustertals hinaus bekannt und verbreitet. Während es etwa im Eisacktal bei Volks- und Wiesenfesten serviert wird, ist es kaum einem Bozner ein Begriff.

Die Schlutzkrapfen aus Tirol sind eine regionale Nudelspezialität und ähneln den Kärntner Nudeln und den Maultraschen aus dem Schwäbischen. Im Unterschied zu diesen sind sie etwas kleiner und mit einer Mischung aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt. Die Füllung besteht traditionell aus Fleisch oder ERdäpfel, in Südtirol auch aus einer Spinat-/Topfen-Kombination oder Rohnen. In letzterem Fall wird das Gericht mit Mohnstreusel serviert. In den ladinischen Tälern werden die Schlutzkrapfen "Casunziei" genannt.
Die deutsche Bezeichnung leitet sich vom in Ost- u. Südtirol (aber auch in Kärnten) gebräuchlichen Wort "schlu(t)zen" her, was soviel wie gleiten, rutschen bedeutet. In Kärnten werden sie auch als Schlickkrapfen bezeichnet, in Teilen Osttirols findet sich diese Spezialität mit einer Kartoffelfülle auch als Schlipfkrapfen auf der Speisekarte.

Der Baumkuchen ist ein schichtweise aufgebauter und über offener Flamme gebackener Kuchen. Der „König der Kuchen“ wird auch Prügel- oder Spießkuchen genannt, in Österreich auch Prügelkrapfen.
Die Zutaten einer Baumkuchen-Masse sind Butter, Eier, Zucker, Vanille, Salz und Mehl. Backpulver darf nicht verwendet werden. Das Verhältnis von Mehl, Butter und Eiern muss mindestens 1:1:2 sein, das heißt auf 100 g Mehl müssen mindestens 100 g Butter und 200 g Vollei kommen. Honig und Alkohol (z. B. Rum) können als Aromen hinzugeben werden, ebenso Nüsse, Marzipan und Nougat. Die Grundrezeptur darf aber nicht verändert werden.
Ein echter Baumkuchen wird schichtweise an einem sich drehenden Spieß, der so genannten Walze gebacken. Traditionell geschieht dies über offenem Feuer, aus Kostengründen aber auch über elektrischen Heizstäben. Die Teigmasse wird in circa 10 bis 20 einzelnen Schichten aufgetragen und gebacken. Dadurch ähneln die Schichten im fertigen Kuchen den Jahresringen eines Baumes. Durch eine besondere Technik beim Auftragen der einzelnen Teigschichten erhält der Kuchen eine wellenförmige Kontur, es bilden sich Ringe. Nach Entfernen des Spießes wird die Kuchenrolle in Portionen geschnitten, dabei orientiert sich der Konditor an den Ringen und schneidet Stücke von einem bis zu fünf Ringen ab. Diese erhalten eine Glasur aus Fondant oder Kuvertüre (entweder Bitterschokolade oder Vollmilchschokolade). Die lange Backzeit und die Glasur machen den Baumkuchen sehr haltbar und ermöglichen dadurch den Export der handgefertigten Spezialität nach Japan und in die USA.

(Quelle: Wikipedia)

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